29.07.2026
„Klangfeuerwerk“ auf der Burg - Musikschule gelingt perfekter Start in Miltenberger Kultursommer
Mit einem „Klangfeuerwerk“ auf der Mildenburg ist der Musikschule Miltenberg am Montagabend ein perfekter Start in den Kultursommer gelungen. Rund 50 Akteure zwischen 7 und 19 Jahren, davon zwei Drittel Mädchen und junge Frauen, begeisterten gut zwei Stunden lang die 150 Zuhörer.
Vor der Pause spielten die Jüngeren auf und nutzten ausnahmslos die Chance, vor Publikum ihr Können zu zeigen – manche nach wenigen Monaten Unterricht. Eine exzellente Idee vom Leiter der Musikschule Waldemar Stockert und seinen sieben engagierten Lehrkräften: So macht man Mut für die anstrengenden Übungsstunden, denn die Besucher belohnten alle Vorträge mindestens mit freundlichem Beifall, meist sogar mit lautem Jubel.
Das begann schon mit dem „Opener“, dem lebendigen und harmonischen Auftritt der vier Jungen und sechs Mädchen im Grundschulalter aus der Streicherklasse von Annette Bächler – ein Start, wie er besser nicht sein konnte. Und das endete nach gut 30 Auftritten mit der mitreißenden vierhändigen Czárdás-Performance von Ackermann und ihrem äußerst erfolgreichen Schüler Adrian Dederer, gefolgt von der oft ausgezeichneten Trompeterin Junah Graf und ihrer begeisternden Interpretation des Konzerts Nr. 3 von Vjacheslav Schelokov, das zu Recht das Label „anspruchsvoll“ trägt. Auch hier sorgte – wie so oft an diesem Abend – die sensibel-souveräne Begleitung durch Sylvia Ackermann am Keyboard für die ideale Abrundung.
Schade, dass aus Platzgründen nicht alle Musikerinnen und Musiker erwähnt werden können – alle hätten ein großes Lob verdient für ihr Spiel und ihre bewundernswerte Selbstsicherheit beim Auftritt, wie sie zum Beispiel der neunjährige Lukas Platz beim „Wilden Reiter“ Schumanns zelebrierte oder die jungen Trompeterinnen Irma Folger und Rosalie Schindler kurz vor der Pause. Beide zeigten auch, dass der musische Zweig am Johannes-Butzbach-Gymnasium
Miltenberg längst Früchte trägt.
Acht unterschiedliche Instrumente kamen im Konzert zum Einsatz, wobei die Trompete und vor allem die Violine besonders oft zu hören waren, und einmal glänzte Katharina Kaiser mit der menschlichen Stimme, einem „Instrument“, das neu an der Musikschule „erlernt“ werden kann. Die exzellente Sopranistin Katharina Schneider unterrichtet seit einigen Monaten in Miltenberg.
Alles war rundum erfreulich bis zum großen Gruppenbild am Ende, als der Dritte Bürgermeister Marcus Breunig sympathisch, aber auch nervöser als die jungen Akteure bei ihrem Spiel den besonders erfolgreichen Adrian Dederer namens der Stadt auszeichnete. Viel Lob am Schluss für die Lehrkräfte der Musikschule, die nicht nur wertvolle Arbeit mit Mädchen und Jungen beim Erlernen eines Instruments leisten, sondern auch viel dazu beitragen, sie als Persönlichkeiten reifen zu lassen.
Heinz Linduschka